Webseiten von Gerhard Rein

In der Geschichte, die hier erzählt wird, kommen vor: die Gemeinschaft katholischer Soldaten, Pax Christi, das Verteidigungsministerium, der Katholikentag in Regensburg, Afghanistans Vergangenheit und Zukunft, der Bayerische Rundfunk, und nicht zuletzt der deutsche Qualitätsjournalismus. Und die Geschichte geht ungefähr so: Vielleicht auch etwas anders. Aber ich gebe sie so wieder, wie sie mir begegnet ist. Ich spiele eine kleine Rolle am Rande dieser Geschichte. Die traditionsreiche Gemeinschaft katholischer Soldaten (GKS) hatte die Idee, beim Katholikentag in Regensburg ein Podium zu Afghanistan zu initiieren. Diskutiert werden sollte, welche Zukunft nach dem Abzug …
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Offener Brief von Christinnen und Christen zur Europawahl
„Gegen den Verlust des Politischen“ haben wir  einen Offenen Brief überschrieben, mit dem wir uns im Sommer 2013 vor der letzten Bundestagswahl zu Wort gemeldet haben. Wir haben darin das Feh­len einer politischen Debatte in Deutschland beklagt und sie auch an der schleichenden Militarisie­rung unserer Politik und unseres Denkens festgemacht. Geradezu dramatisch bestätigt sich diese Einschätzung durch die andauernde Ukraine-Krise. Die Europäische Union ist ein Friedensprojekt. Es entstand durch den Willen zur Versöh­nung zwi­schen ehemals verfeindeten Staaten und Nationen. Europa möchte als eine Ge­meinschaft wahrge­nommen werden
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 Hast Du das gehört? Haben Sie das gelesen? Nun hat er sich zur Kenntlichkeit entstellt. Das Telefon steht nicht still, und die Mails haben in den Tagen nach dem 31. Januar 2014 fast nur ein Thema: Die Rede des Bundespräsidenten auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Die Erregung ist groß und lässt nicht nach. Etwas selbstverliebt hat sich Joachim Gauck ja gelegentlich als links, liberal und konservativ beschrieben. Das war nur albern. Die Münchner Rede hat bestätigt, dass Gauck schon seit  langer Zeit ein konservativer Nationalist ist, der seine Landsleute dazu ermutigen möchte, seiner Gedankenwelt zu folgen.
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Das Telefon klingelt. Eine unbekannte Stimme, ein älterer Mann, will seine Geschichte erzählen. Er sei als elfjährigerjunge mit seinen Eltern nach Südafrika ausgewandert. Dort unter Buren aufgewachsen. Für ihn war immer klar, dass Nelson Mandela ein Terrorist, ein Kommunist war. Er hätte sich sehr gefreut, wenn dieser schwarze Unruhestifter erschossen oder aufgehängt worden wäre. Er habe es bedauert, dass 1964 nur eine lebenslängliche Haftstrafe und nicht die Todesstrafe ausgesprochen wurde. Doch fast fünfzig Jahre später fängt der alte Mann am Telefon an zu weinen. Er hatte gerade vom Tod Nelson Mandelas erfahren.
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Seine Autobiografie nannte er: Mein langer Weg zur Freiheit. Auch sein Weg in den Tod war lang. Als er im Juni mit schwerer Lungenentzündung ins Krankenhaus kam, wurden alle Aufrufe und Gebete, ihn in Ruhe sterben zu lassen, nicht erhört. Das Spital in Pretoria wurde wochenlang umlagert. Mandela konnte das Krankenhaus aber wieder verlassen. Nun starb er in seinem Haus in Johannesburg. Er ist 95 Jahre alt geworden. Erinnern wir uns an diesen wunderbaren, alten Mann, der überall in der Welt geliebt wurde. Seine ansteckende Heiterkeit, sein breites Lachen, seine Verweigerung …
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Seit etwa fünf Jahren erhalte ich E-Mails von Barack Obama. In den letzten Monaten auch sehr oft von Michelle. Und Mails von Joe sind dabei. Joe ist Joe Biden, der Vizepräsident. Oder von Bill. Bill ist Bill Clinton. Mein Interesse an Barack Obama begann spätestens im Sommer vor fünf Jahren. Unsere so weitsichtige, welterfahrene Uckermark-Queen verhinderte, dass der junge, schwarze Präsidentschaftskandidat bei einer Europa-Reise vor dem Brandenburger Tor reden durfte. Er musste zur Goldelse ausweichen, zur Siegessäule. Und da, unter mehr als zweihunderttausend Zuhörern (nicht wenige Gesichter kannte ich
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Wir wenden uns mit diesem Brief an alle, die von der Politik in unserem Land enttäuscht sind, wie von einer Lähmung befallen und fast kapitulieren vor der Frage, was sie wählen und ob sie überhaupt wählen sollen. Wir wollen aber nicht länger hinnehmen, dass eine Debatte über langfristige gesellschaftliche Ziele nicht nur nicht stattfindet, sondern auch offenbar nicht gewollt ist. Mit diesem Verlust des Politischen finden wir uns nicht ab. Wir weisen mit unserem Brief auf zwei für uns wesentliche Politikfelder hin.
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Kirchenkampf und Antisemitismus Von Gerhard Rein, 26.04.2013 PDF Man hat ja sonst nichts zu tun. Warum also abends nicht in einen Vortrag, eine Ausstellungseröffnung, zu einem Theaterstück? In der dreckigen, windigen, lebendigen Stadt ist der Alltag seit Jahrzehnten von der Vergangenheit geprägt. Man kommt nicht an ihr vorbei. Nicht von ihr los. Und in diesen Tagen, Wochen, Monaten geht es entweder um Berlin 1933 oder 1938 oder 1945. Zerstörte Vielfalt lautet der gefundene Oberbegriff.Heute Abend wird der Tag von Potsdam behandelt. Also der März 1933 und Hitlers Machtergreifung.
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Militärische Komponenten bestimmen zunehmend unsere Politik Von Gerhard Rein, 24.01.2013 Unsere Gesellschaft verändert sich dramatisch. Sie hat sich von dem Konzept einer Weltinnenpolitik verabschiedet, die sich nach Frieden sehnt. Sie lässt sich nicht mehr leiten von Konsens, sondern von Konflikt. Was nach dem Desaster des Zweiten Weltkrieges nicht vorstellbar war, erlebt in Deutschland zurzeit eine traurige Wiederkehr: ein militarisiertes Denken hält erneut Einzug in unsere alltägliche Politik. Eine  militärische Komponente begleitet wirtschaftliche und politische Entscheidungen. Konservative, Sozialdemokraten und Bündnis Grüne stellen diesen Wechsel nicht infrage. Er stellt auf den Kopf, was Deutsche nach 1945 an Friedfertigkeit und Zurückhaltung …
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Ende August 2012 hat Erzbischof Desmond Tutu seine Teilnahme an einer Investmentkonferenz in Durban abgesagt. Mit folgender Begründung: Er wolle an keinem Podium mitwirken, an dem auch der frühere britische Premierminister Tony Blair teilnehme. Blair habe mit seiner Zustimmung zum Irak-Krieg den Tod unzähliger Zivilisten mit zu verantworten. Blair gehöre eigentlich vor ein Gericht in Den Haag. Die Aufregung in britischen Zeitungen war heftig. Hatte der südafrikanische Bischof den Apartheid-Verfechtern im eigenen Land nicht die Hand zur Versöhnung gereicht? Und gegenüber Blair lehne er es ab?
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Man muss diese Geschichte wieder erzählen. Sie hochholen aus der Vergangenheit. Wer davon spricht, dass das Traurige an der Präsidentschaft Gaucks sei, dass sie die DDR-Opposition weiter gespalten und entzweit hat, dem fällt diese Geschichte sofort wieder ein. Sie geht ungefähr so: In der Volkskammer wird im September 1990 ein Gesetzentwurf verabschiedet, nach dem die Stasi-Akten ins Bundesarchiv nach Koblenz verbracht werden sollen, und Einzelne keine Akteneinsicht erhalten. Als Leiter des Sonderausschusses zur Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit unterstützt der Volkskammer-Abgeordnete Joachim Gauck (vom Neuen Forum) dieses Gesetz.
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Der Bundespräsident ist hundert Tage im Amt. Joachim Gauck werde die Nation versöhnen, hatte Sigmar Gabriel vorausgesagt, als er Joachim Gauck zum Kandidaten seiner Partei ausrief. Was Gauck angeht, erwies sich der SPD-Chef als ahnungslos. Gauck ist kein Versöhner. Er spaltet eher, als dass er Menschen zusammenführt. Den auf keinen Fall. So soll Angela Merkel reagiert haben, als ihr Gauck als Bundespräsident vorgeschlagen wurde. Sie gab schliesslich nach. Heute wissen wir, dass die Bundeskanzlerin ahnte, was sie sich mit Gauck antun würde. 100 Tage haben längst gereicht, um zu erkennen …
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Gerhard Rein war von 1982 bis zum Ende der DDR als Hörfunkkorrespondent des Süddeutschen Rundfunks in Ost-Berlin tätig. Lieber Joachim Gauck, als Ihnen im November letzten Jahres in München der Geschwister-Scholl-Preis verliehen wurde, und Ihr Laudator Peter Schneider Sie als Widerstandskämpfer in der DDR und also in die Nähe des gefährlichen Widerstands der Geschwister Scholl rückte, da war ich doch ziemlich erschrocken und fragte mich, ob wir unsere wirklichen Helden mit solchen Vergleichen nicht bedrohlich verramschen. Als ich dann zwei Monate später hörte, Ihnen würde nun auch noch der Börne-Preis verliehen …
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Als “Festspiele der überwiegend falschen Töne” charakterisierte der Journalist Gerhard Rein, der von 1982 bis zum Ende der DDR als Hörfunkkorrespondent des Süddeutschen Rundfunks in Ost-Berlin tätig war, die Ereignisse des Herbstes 1989 im Imshäuser Gespräch. Rein würdigte besonders die Leistung derjenigen, die den Anfang machten, die etwas wagten und ihre Angst überwanden. Viele derjenigen, die später als “Bürgerbewegte” bekannt wurden, hatte Rein schon vor 1989 kennen gelernt. Viele von ihnen kamen aus den protestantischen Kirchen und damit sei es, so Rein, nicht ganz abwegig …
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Von den Schwierigkeiten ein politischer Christ zu sein! Richter Johann vom Amtsgericht Cochem verurteilte die beiden Angeklagten am 5. November 2002 zu sechs Wochen Haft ohne Bewährung. (Sie hatten Transparente am Zaun eines militärischen Sperrbezirks gehängt). Es wiege besonders schwer, so der Richter, dass die Angeklagten im fortgeschrittenen Lebensalter (67 und 63 Jahre alt) mit ihren Vorstrafen ein schlechtes Vorbild für Kinder und Enkel wären. Sie könnten der jüngeren Generation keine Werte vermitteln und durch fehlende positive Sozialprognose bestünde eine Wiederholungsgefahr.
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Seine Besorgnis wuchs und erwies sich stärker als seine Lethargie. Er setzte sich morgens in einen überfüllten Zug Richtung Norden. Mittags beobachtete er in Rostock die große Demonstration gegen den G-8-Gipfel in Heiligendamm im Juni 2007. An der Spitze des Marsches fröhlich gestimmte Dritte-Welt-Gruppen, offene, gute Gesichter. Dann, mit einigem Abstand: der schwarze Block. Von den Vermummten ging eine erhebliche Aggressivität aus, die ihm Angst machte. Dann folgten junge Gewerkschafter und allerlei politische Initiativen, und am Ende der Demonstration erschien eine Formation, die PDS- und Links-Partei-Plakate …
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Martin Hoffmann in Südafrika

Die Lehrerinnen der Montessori-Schule sind stolz auf ihre Klassenräume aus Betonplatten. Wellblechdächer, was sonst. Im Winter zu kalt, im Sommer zu heiß. Isolieren könnte man sie mit Eierkartons, meint Martin. Wellblech, dann Zeitungspapier, dann die Eierkartons. So müßte es gehen. Hoffmann besorgt sich Papier und Schreibe und zeichnet im Detail auf, wie es geht. Das Nächstliegende ist seine Sache. Das Praktische auch. Manchmal wünscht man sich viele Martins in Afrika. Er unterscheidet sich freilich erheblich von den schwarzen Freunden.
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von Gaebler Info

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